Chronologie rechter Aktivitäten in Kandel

(Dezember 2017 – März 2018)

27.12.2017……Femizid

28.12.2017……Kranzniederlegung AfD vor dm in Kandel……………….200 Teilnehmer

02.01.2018……„Trauermarsch“ (Anmelder Marco Kurz)………………..400 Teilnehmer

06.01.2018……NPD-Kundgebung…………………………………………………..15 Teilnehmer

28.01.2018……Demo „Frauenbündnis Kandel“…………………………….1500 Teilnehmer

13.02.2018……Demo „Poß muss weg“ (Marco Kurz)…………………………15 Teilnehmer

22.02.2018……Demo „Wir klagen an“ (Marco Kurz)…………………………15 Teilnehmer

03.03.2018……Demo „Kandel ist überall“ & „Der Marsch“……………4000 Teilnehmer

24.03.2018……Demo „Kandel ist überall“……………………………………….???

07.04.2018……Demo „Frauenbündnis Kandel“……………………………….???

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Eine Nachbetrachtung zu den rechten Aufmärschen am 03.03.2018 in Kandel

Kandel am 03.03.2018

Schon am Morgen des 03.03. zeichnete sich ab, das Kandel an diesem Tag erneut Schauplatz eines Aufmarschs rechter Kräfte werden wird. Das Bündnis „Kandel ist überall“ welches u.a. von der Landtagsabgeordneten und stellvertretenden Landesvorsitzenden der AfD in Baden-Württemberg Dr. Christina Baum initiiert wurde, mobilisierte Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet sowie zu Teilen aus dem europäischen Ausland (Schweiz, Niederlande) zur Demo in Kandel. Diesem Aufruf folgten insgesamt etwa 3500-4000 Leute. Bereits am 18.02.2018 wurde das Banner des Bündnisses „Kandel ist überall“ auf dem sogenannten „Frauenmarsch“ in Berlin präsentiert, welcher durch viele Antifaschist_innen blockiert, und somit ein deutliches Zeichen gegen den Rechtsruck in der Gesellschaft gesetzt werden konnte. An der Demo in Berlin nahm u.a. Lutz Bachmann, der Initiator der fremden- und islamfeindlichen Organisation „Pegida“ teil. So erschien es wenig überraschend, dass eben jener zur Teilnahme an der Demonstration am 03.03. in Kandel aufrief.

Am 03.03. wurden bereits am Morgen größere Gruppen im südlichen Teil Kandels gesichtet, die dem Aufruf des rechten Bündnisses „Kandel ist überall“ folgten. Die Menschen trugen Deutschlandfahnen und Schilder auf denen fremdenfeindliche Parolen zu lesen waren wie: „Grenzen dicht schützt unsere Frauen“,  „Unser Land und unser Geld gehört uns und nicht der Welt“, „bunter BM Poß Streichelneger bezahlt vom Sozialamt“, sowie zahlreiche „Merkel muss weg“-Schriftzüge. Nach der Kundgebung um 15:00 Uhr am Mitfahrerparkplatz in Kandel, von wo aus der Aufzug der Rechten startete, setzte sich der Demozug in Bewegung. Die Polizei war mit einem massiven Aufgebot vor Ort und sperrte die Zugangswege zwischen dem Mitfahrerparkplatz und dem Treffpunkt der Gegendemonstration in der Nansenstraße gegenüber des Kreisels.  Parolen wie „Merkel muss weg“, „Antifa Hurensöhne“ und „Europa, Jugend, Reconquista“, „Festung Europa, macht die Grenzen dicht“ die Parolen der rechtsextremen „Identitären Bewegung“ wurden unter  anderem aus dem Demozug der Rechten gerufen. Antifaschist_innen der Gegenkundgebung antworteten den Faschist_innen lautstark: „Alerta Alerta Antifascista“, „say it loud, say it clear, refugees are welcome here“. Nachdem sich der bürgerliche Teil der Demonstration in Bewegung setzte, harrte ein Teil der Genoss_innen am Kundgebungsort aus, um einen eigenen antikapitalistischen Block zu stellen. Dem Versammlungsleiter wurde von Seiten der Polizei nahegelegt, sich von den „Linksextremisten“ zu distanzieren. Die Antifaschist_innen welche vor dem Beginn der Gegendemonstration bei ihrer Anreise bereits versuchten eine Kreuzung zu blockieren, wurden auf der Kundgebung mit der Aussage, doch bitte „friedlich zu demonstrieren“ begrüßt. Als der Antifa Block in Bewegung kam, wurde als Antwort „ob friedlich oder militant – wichtig ist der Widerstand“ skandiert. Der antikapitalistische Block zog lautstark, jedoch abgeschirmt von den rechten Hetzern durch den Norden Kandels. Währenddessen wurden Anwohner_innen, welche keinen Bock auf die Rassist_innen hatten und dies entlang der Demoroute offen zeigten von dem wütenden Mob, teils vermummt attackiert. Die Polizei schien wiederholt, trotz des massiven Aufgebots  von der Situation überfordert und schaffte es nicht, die Faschist_innen davon abzuhalten, die Anwohner_innen anzugreifen. Wenig später, an der Kreuzung Ecke Rheinstraße/Bahnhofstraße versuchte die gleiche Gruppe Nazis erneut Gegendemonstrant_innen anzugreifen. Hier setzte die Polizei Pfefferspray gegen die Angreifer ein. In der Bahnhofstraße schloss sich die „Gegen-Gegendemo“ des Rechten Marco Kurz (Der Marsch) an, wo einige Neonazis des dritten Wegs, sowie der Jungen Nationaldemokraten (Jugendorganisation der NPD) teilnahmen. Während sich die rechte Demo großteils zum Mitfahrerparkplatz am Kreisel begab, stand die „Gegen-Gegendemo“ von Kurz am Kreisel um gegen „die Antifa“ zu demonstrieren. Es wurden außerdem Transparente mit „1933 SA – 2018 Antifa“ und „Nationaler Widerstand“ präsentiert. Wer bekennende Nazis wie u.a. Mario Mattes, Christian Hehl (beide NPD) und Klaus Armstroff (Vorsitzender III. Weg, ehemals NPD) wissend auf seiner Demonstration teilnehmen lässt und Seite an Seite die gleichen stumpfen faschistischen Parolen skandiert stellt sich auf eine Stufe mit den Faschist_innen. Bei der Abreise der Demonstrationsteilnehmer kam es im Zug zum Angriff von Neonazis auf eine Frau, welche an der Gegendemonstration teilgenommen hatte. Als ein Jugendlicher einschreiten wollte, wurde dieser ebenfalls attackiert.

Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie die Faschist_innen ihren stumpfen Rassismus auf die Straße tragen! Für den 24.03. hat das Bündnis „Kandel ist überall“ erneut eine Demonstration angemeldet. Marco Kurz hat bereits angekündigt, an jedem ersten Samstag im Monat in Kandel demonstrieren zu wollen. Die nächste Demo findet am 07.04.2018 statt.

Darum, EINGREIFEN WENN ES WICHTIG IST! 

DEM RASSISTISCHEN MOB ENTGEGENTRETEN!

NAZIAUFMÄRSCHE STÖREN!

 

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+++UPDATE KANDEL+++EA+++

Die Rufnummer des Ermittlungsausschusses lautet: 01523 7658669

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Demorouten 03.03.2018 in Kandel

Treffpunkt Antifademo: Ecke Nansenstraße/Juststraße um 15:00 Uhr. 

Die Antifademo startet in die Juststraße, biegt ab in die Luitpoldstraße, über die Robert-Koch-Straße zurück zum Startpunkt Ecke Nansenstraße/Juststraße.

Die Marschroute der AfD Demo startet an dem Mitfahrerparkplatz der Autobahnausfahrt Kandel-Mitte durch die Rheinstraße über die Bahnhofstraße zur Hans-Thoma-Straße und Raiffeisenstraße über die Rheinstraße zurück zum P+R Parkplatz an der A65 wo die Abschlusskundgebung folgt.

Marco Kurz hat mit „Der Marsch“ ebenfalls eine Demo angemeldet. Diese startet an der Ecke Hohlbeinstraße/Raiffeisenstraße über die Raiffeisenstraße bis zur Ecke Hans-Thoma-Straße wo sie sich der AfD Demo anschließen werden. Die Abschlusskundgebung findet am Kreisel in unmittelbarer Nähe zum Start- und Endpunkt der Antifademo statt.

Wir werden uns lautstark und entschlossen an der Demonstration beteiligen und rufen alle Antifaschist_innen auf sich unserem Block anzuschließen! 

Hier findet ihr Infos der Roten Hilfe zum Verhalten auf und nach Demonstrationen! wtwb2017_Web

checkt unseren Blog und unsere facebook page https://www.facebook.com/antifasuew/ für Infos!

NO PASARÁN!

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DEM RASSISTISCHEN MOB ENTGEGENTRETEN!

Am 03.03.2018 wird die südpfälzische Kleinstadt Kandel wiederholt zur Wallfahrtsstätte von rechten Hetzern. Die Demonstration des Bündnisses „Kandel ist überall“ wurde von der stellvertretenden Landesvorsitzenden der AfD in Baden-Württemberg, Frau Dr. Baum, eine weitere Demo von Herrn Marco Kurz, dem Organisator von „Der Marsch 2017“ angemeldet. Beide Versammlungen verbreiten rassistische Hetze.

Wir haben keinen Bock auf diese Scheiße und beteiligen uns, als radikale Linke aktiv an den Gegenprotesten zu beiden Veranstaltungen in Kandel.

Wir rufen alle Antifaschist_innen auf, sich an den Protesten zu beteiligen!

Kommt zur Demo am 03.03.2018 um 15:00

Treffpunkt: Nansenstraße/Ecke Juststraße

Beteiligt euch lautstark & kreativ am Block der Antifa SÜW! 

DEM RASSISTISCHEN MOB ENTGEGENTRETEN!

KEIN BOCK AUF AFD UND „BESORGTE BÜRGER“!

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Kandel – Wallfahrtsort der neuen Rechten?

Am 27.12.2017 wurde die 15 jährige Mia in einem Drogeriemarkt in Kandel von ihrem Ex-Freund mit einem Messer getötet. Die Tatsache, dass der tatverdächtige Minderjährige ein geflüchteter Afghane ist, führte zu einer Welle von Versammlungen in Kandel, die von verschiedenen rechtspopulistischen bis rechtsradikalen Gruppen angemeldet und durchgeführt wurden.

Für den 02. Januar meldete Marco Kurz, eine Rechter der in der Vergangenheit durch “Der Marsch 2017“ nur wenig auf sich aufmerksam machen konnte, einen “Trauermarsch“ vor dem Drogeriemarkt in Kandel an. Der Tag begann mit einem “Flashmob“ der extrem Rechten “Identitären Bewegung Baden“. Diese entrollten ein Banner mit der Aufschrift „Remigration“. Was sie damit meinen ist klar. Die NPD spricht von „kriminellen Ausländern“ die abgeschoben werden sollen, die Identitären von „Remigration“. Die Parolen und Aussagen unterscheiden sich lediglich in der Formulierung, die menschenverachtenden Inhalte sind jedoch die gleichen. Am Abend des 02. Januars folgte der Trauermarsch, eine martialische Inszenierung von Vertretern der NPD, “einProzent“, AfD, III. Weg, Bürgerforum Rhein-Neckar, Berserker Pforzheim und Hooligans aus Kaiserslautern, die Seite an Seite mit Kandeler Bürger_innen demonstrierten. Parolen wie „Merkel muss weg“, “Volksverräter“ und „jeder hasst die Antifa“ wurden sowohl beim Marsch durch den Ort, wie auch vor dem Drogeriemarkt, wo sich Teile des Bündnisses “Aufstehen gegen Rassismus“ versammelten, gerufen. Der Höhepunkt dieses widerwärtigen Verhaltens des rassistischen Mobs wurde erreicht, als die verbalen Angriffe in körperliche Gewalt überging und Menschen attackiert wurden. Die anwesende Polizei schien überfordert und war angesichts der großen Teilnehmerzahl, etwa 400 Menschen schlicht unterbesetzt. Nur durch Zufall gab es keine Verletzten.

Wenige Tage später, am 06. Januar zog es die NPD nach Kandel. Mit etwa 15 Personen stellte sie jedoch eine geringe Anzahl an Teilnehmern. Die Redebeiträge von Ricarda Riefling, Jan Jäschke, Günter Deckert und Markus Walter gingen unter dem lautstarken Protest der anwesenden Antifaschist_innen unter. Abgeschirmt von einem großen Polizeiaufgebot blieben die hetzenden Inhalte der Reden für Anwohner_innen und Passant_innen weitgehend ungehört.

Da sich der Trauermarsch für den sonst so erfolglosen Marco Kurz als Erfolg werten lies, beschloss er für den 28.Januar unter dem Deckmantel eines sogenannten “Frauenbündnis Kandel“ eine Demonstration unter dem Motto “Sicherheit für uns und unsere Kinder“ anzumelden. Etwa 1000 Menschen, der Großteil aus Baden-Württemberg, nahmen an der Demonstration Teil. Da die NPD für die Demonstration warb, veröffentlichte Uwe Junge, Landesvorsitzender der AfD in Rheinland-Pfalz einen Beitrag in dem er aufrief, von der Demonstration fern zu bleiben. Nichtsdestotrotz fanden sich zahlreiche AfD-Anhänger Seite an Seite mit bekannten Kadern wie Christian Hehl (NPD, Stadtratsmitglied Mannheim), Ricarda Riefling & Markus Walter (NPD Westpfalz) auf der Demonstration. Christina Baum, stellvertretende Landesvorsitzende der AfD Baden-Württemberg hielt einen Redebeitrag auf der Demonstration und posierte in der Zugspitze der Demo hinter dem Frontbanner “Kandel ist überall“. Die Website www.kandel-ist-ueberall.de , welche zur Demonstration am 28.01.2018 und zur kommenden Demo am 03.03.2018 wirbt, wird von der AfD-Politikerin betrieben. Bei besagter Demonstration versuchten einzelne Hooligangruppen sich von der Demo zu lösen um Gegendemonstrant_innen anzugreifen. Die Polizei, welche mit einem massiven Aufgebot die Versammlungen begleitete, blockierte die Zugangswege zur Gegendemo.

Die Versuche zu vertuschen, dass AfD Mitglieder mit extremen rechten Personen und Organisationen aufmarschieren zeigen, wie die Partei Alternative für Deutschland funktioniert. Man gibt sich bürgerlich, möchte nach außen mit radikalen Rechten nichts zu tun haben, vertritt jedoch die gleichen menschenverachtenden Inhalte.

Für den 03. März 2018 hat das “Frauenbündnis Kandel“ wieder eine Demonstration in Kandel angemeldet. Es wird zu erwarten sein, dass die Teilnehmerzahl steigt und sich noch mehr Menschen dem rassistischen Mob anschließen.

Lasst uns gemeinsam ein Zeichen setzten und diesen Leuten zeigen, dass sie weder in Kandel, noch sonst wo willkommen sind und dass Rassismus keine Alternative ist!

DEM RASSISTISCHEN MOB ENTGEGENTRETEN!

Kein Bock auf rechte Hetze & “besorgte Bürger“!

Antifaschistische Aktion Südliche Weinstraße

Zum Thema:

[Neues Deutschland] Elsa Köster – Rassistisch, wer nur über den Femizid in Kandel berichtet

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